Brasilien

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Willkommen auf dieser Seite!

Am 13. Oktober 2002 werde ich für ein Praktikum in Brasilien aufbrechen. Von Berlin aus fliege ich nach Madrid und von Madrid nach Sao Paulo. Mit dem Linienbus sind es dann noch ca. 100 km nach Campinas. An der Universität “UNICAMP” in Campinas - Bundesstaat Sao Paulo - werde ich mich 9 Wochen im Labor mit der Untersuchung einer neuen stationären Phase für HPLC (High Performance Liquid Chromatographie) beschäftigen. HPLC ist ein chromatographisches Trennverfahren. Unter Chromatographie versteht man heute alle Trennmethoden, mit denen Substanzgemische durch Verteilung zwischen zwei Phasen in ihre Komponenten aufgetrennt werden. Das nur nebenbei, falls sich jemand fragt was macht er eigentlich dort. Hauptgrund für meine Reise ist natürlich nicht die Wissenschaft, sondern Land und Kultur. Ich gehe davon aus dass ich genug Freizeit haben werde um das Land zu erkunden, wenigstens Rio de Janeiro und die Wasserfälle von Iguaçu und hoffe ntürlich noch andere Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Am 14. Dezember werde ich dann zurück kehren.

Wenn alles klapt und ich einen eigenen Internetzugang in Brasilien habe, werde ich von dort aus, auf dieser Seite, in regelmäßigen Abständen meine Erfahrungen und Erlebnisse schildern.

Jens Galonska   

Landkarte von Südamerika bzw. Brasilien

Karte Südamerika hell hervor gehoben Brasilien

Reisebericht:

Bilder gibt`s ganz unten!

Ankunft: Mit ein wenig Verspaetung begann meine Reise am Sonntag den 13.10.02 vom Berliner Flughafen Tegel, das Wetter war mehr als bescheiden, da es in Berlin schneite. Nach 3 Stunden landete ich in Madrid (Spanien), nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter mit dem Flieger nach Sao Paulo (Brasilien). Dieser Flug dauerte etwa 10 Stunden. In Sao Paulo angekommen konnte ich als erstes meine Uhr 5 Stunden zurueck stellen, statt 11:00 Uhr (ortszeit Deutschland) war es jetzt 6:00 Uhr. Als ich aus dem klimatisierten Flughafen raus kamm, verspuerte ich schon die Waerme und den Klimawechsel. Wie ein Packesel suchte ich nun die Bushaltestelle, wo ich einen Bus nach Campinas nehmen konnte. Ich hatte den richtigen Bus gefunden und durch Zufall einen jungen, brasilianischen Mann getroffen der am UNICAMP arbeitet und auch gerade aus Deutschland kam und den selben Bus nahm. Aus dem Flugzeug konnte ich mir bereits ein Bild von der Groesse Sao Paulos machen und aus dem Bus sah man natuerlich alles anders. Man konnte nicht sagen ob es einfach nur ein wenig bewoelkt ist oder der Smog die Stadt vernebelt. In Sao Paulo leben etwa 20 Millionen Menschen (zum Vergleich: in Berlin etwa 3 - 4 Millionen). Nach 1,5 h erreichten wir Campinas, der Bus hielt in Mitten der Stadt. Der neue Bekannte, Raphael rief ein Taxi, wir fuhren in den Stadtteil, wo ich in Zukunft wohnen sollte. Raphael wohnt im selben Stadtteil, wir fuhren also zu Ihm, er versuchte per Telefon das Haus, wo ich wohnen sollte zu erreichen, niemand zu Hause. Ich hatte noch eine zweite Nummer vom Buero welche die auslaendischen Praktikanten betreuen. Ich musste wieder zurueck in die City, zum besagten Buero. Dort verbrachte ich fast den ganzen Tag. Erst gegen 17:00 Uhr erreichten wir jemanden. Dann ging es wieder mit dem Taxi zu meiner zukuenftigen Unterkunft. Ein Haus, wo ca. 8 Studenten leben und ein Schaeferhund, welcher das Haus bewacht. Die Bewohner zeigten mir das Haus, alles ein bisschen chaotisch. Zwei mal die Woche kommt eine Frau die das Haus wieder aufraeumt. In Brasilien ist der Unterschied zwischen Arm und Reich gewalltig. Hier werden noch Arbeiten verrichtet fuer einen Hungerlohn, welche man in Europa gar nicht kennt. Man sieht auf den Strassen arme sowie reiche Leute. Dem entsprechend ist auch die Kriminalitaet. Jedes Haus ist mit einem maechtigen Zaun umschlossen. Mein Zeitgefuehl ist noch auf unsere Zeit zu Hause eingestellt. Gestern bin ich voellig kaputt 20 Uhr (1 Uhr in Deutschland)ins Bett gegangen, gegen 4 Uhr war ich putz munter. Achso, das Klima, tagsueber sind es um die 38 grad Celsius, nachts etwa 20 bis 25. Die Hitze macht mir ganz schoen zu schaffen. Ich sitze gerade in einem klimatisierten Labor und will ehrlich gesagt es auch nicht verlassen, werde aber nicht drum herum kommen. Natuerlich ist hier auch ein ganz andere Vegetation und die Insekten 3-4 fach so gross. Gestern Abend ist mir ein Tausendfuessler in der Kueche begegnet, ich dachte es waere eine Schlange ;). Die meisten Brasilianer sprechen nur schlecht Englisch, mein Professor und seine Frau ebenfalls Professor sind 1974 aus den Staaten gekommen und sprechen natuerlich perfekt Englisch. Beide sind sehr nett. Ok dass wars erst mal von mir! Bis bald, Ciao Jens!

16.10.02: Heute Morgen hatte ich in meinem Zimmer einen Besuch von einer Echse, ziemlich gross. Sie verschwand in einem kleinen Loch an der Decke. Man sagte mir sie seien nuetzlich, wegen den Insekten. Gestern bin ich nach der Arbeit nach Hause gegangen. Der Gegensatz zwischen arm und reich begenete einen staendig. Ich schaute mir manche Haeuser genauer an, manche Zaeune sind nicht nur 2 m hoch, sondern haben oben drauf noch ein Stueck Elektrozaun. Auf dem Campus vom UNICAMP sieht man ueberall bewaffnetes Wachpersonal. Und in Banken kann man nicht so einfach herein spazieren, man muss zuerst durch eine Schleusse wie auf dem Flughafen und drinen stehen dann noch ein paar bewaffnete Sicherheitsleute. Zum Glueck habe ich meine Unterkunft im Stadtteil Barao Geraldo wo sich auch die Uni befindet. Das Centrum von Campinas zaehlt zu den gefaehrlichsten Orten Brasiliens. Ich hatte mich vorhin gerade mit einem oesterreichischen Studenten unterhalten, welcher im Centrum von Campinas wohnt. Nachts ist es nicht mehr moeglich auf die Strasse zu gehen, erzaehlte er. Letztens wurde vor seinem Haus geschossen. Bis jetzt habe ich mich stets sicher gefuehlt, man muss halt manche Gegenden meiden. Ausserdem haben wir unseren Wachhund Muha. Heute Abend geht´s das erste Mal auf Reisen. Mit den anderen auslaendischen Studenten fahren wir heute 20 Uhr nach Florianopolis, eine Insel in Suedbrasilien mit tollen Sandstraenden. Mein Professorenehepaar hat nichts dagegen dass ich schon die ersten 2 Tage blau mache, im Gegenteil sie sagten dort muss ich unbedingt hin, da es sehr schoen dort ist. 800 km muessen wir fahren. Die Bewohner meiner WG fahren auch dieses Wochende in den Sueden von Brasilien, zum Oktoberfest. Im Sueden von Brasilien leben viele Menschen deutscher Abstammung, welche ihre Traditionen flegen. Der Ort heisst Blumenau. Die Menschen in Brasilien sind sehr freundlich, ich musste ab und zu schon mal nach dem Weg fragen, da meine Orientierung im neuen Umfeld noch nicht so gut ist. Jedenes Mal schuettelte man mir die Hand oder klopfte mir auf die Schulter, als ob sie sagen wollten "alles Gute", obwohl die meisten kein Wort Englisch sprechen konnten. Das Wetter, die Temperaturen sind aussergewoenlich hoch, eigentlich wird es erst im Dezember so warm, schliesslich ist es erst Fruehling und schon 38 °C. Ich hoffe das ich mich langsam an das Klima gewoehne. Ok dass wars erst mal von mir, am Montag berichte ich von meinem ersten Ausflug, Ciao Jens!

21.10.02: Heute Morgen gegen 6:30 waren wir wieder zurueck von unserem Trip. Dieser 4 taegige Ausflug war eine echte Entschaedigung fuer die ersten 3 Tage wo es mir, durch Wetterumschwung und Nahrungswechsel nicht so gut ging. Ich habe natuerlich viel zu berichten ueber unseren Ausflug. Also am Mittwoch Abend, 20 Uhr war der Treffpunkt am Mc Donalds in Barao Geraldo ausgemacht. Bis letzt endlich der letzte Gringo (so nennt man hier alle Fremden) eintraff war es 21:00 Uhr. Zeit spielt hier nicht so ein grosse Rolle. Gegen 21:15 Uhr ging es dann endlich los. Insgesamt 19 Leute waren wir und es stand uns ein eigener Kleinbus mit zwei Busfahrenern zur Verfuegung. Unsere Truppe war bunt gemischt aus verschiedenen Nationen. Ich versuche mal alle zusammen zu bekommen. 2 aus den USA (m & w), 1 aus Israel (m), 3 aus Jugoslawien (2 m & 1 w), 1 aus Slowenien (w), 2 aus China (w), 2 aus der Schweiz (m), 1 aus Oesterreich (m) 5 aus Deutschland (4 m & 1 w) und 2 aus Brasilien(1 m & 1w) welche organisierten. Etwa 12 Stunden dauerte unsere Fahrt nach Florianopolis, eine Insel mit 42 Traumstraenden. Etwa alle 3 Stunden hielten wir an riesigen Busraststaetten. In Brasilien ist das Haupttrasportmittel fuer Personen der Bus, per Bahn werden nur Gueter transportiert. Sehr nobbel sind diese Raststaetten, man kann dort alles kaufen, von Nahrungsmitteln bis Kleidung. Ich war sehr beeindruckt ueber Service und Sauberkeit. Die Insel Florianopolis ist durch eine Bruecke mit dem Festland verbunden. Fortsetzung folgt nach dem Mittag, ich werde jetzt schwimmen gehen und danach Essen. Zwischen 12 und 14 Uhr koennnen Studenten die nicht zur Sportfakultaet gehoeren, aber am UNICAMP studieren den Pool benutzen. Also bis spaeter Jens! Das Schwimmen war ganz angnehm, zwar nicht wirklich eine Erfrischung, aber OK. Als wir nun endlich auf der Insel Florianopolis ankamen war das Wetter nicht so berauschend, bewoelkt und viel kaelter, etwa 20 °C, aber genau richtig fuer mich. Man glaubt mir bestimmt nicht dass man sich ueber Wolken freut, aber ich war echt froh ueber dieses andere Klima und vor Allem der Wind an der Kueste war sehr angenehm! Florianopolis ist das absolute Surferparadis. An diesem Freitag sollten an einem der vielen Sandstraende die Qualifikationsmeisterschaften fuer die Weltmeisterschaften im Surfen statt finden, wo auch Surfer anderer Nationen wie z.B. aus Australien anreisten. Da das Wetter nicht so toll war schauten wir uns als erstes die gleichnahmige Hauptstadt an. Nach etwa einer Stunde fuhren wir zu unserer Pousada (Herberge), ca. 300 m vom Strand entfernt. Fred, der Brasilianer organisierte Fleisch und andere Dinge fuer ein Churrasco (Grillfest, was sich in Brasilien vom Nachmittag bis zum Abend hinzieht). Ein Teil ruhte sich aus und ein anderer ging zum Strand, wo ich natuerlich auch dabei war. Im Wasser sah ich dicht am Ufer einen Delphin, toll! Stephan aus der Schweiz und ich erkundeten die Umgebung. Es war interessant zu sehen wie die Leute dort leben und arbeiten, neben Fischerei verdient man sich sein Geld mit dem Schiffsbau. Mit den einfachsten Mitteln baut man dort Boote aus Holz. Hier machte ich meine ersten Bilder. Als wir zurueck kamen war das Churrasco schon voll im Gange. Zwischen durch spielten wir noch Volleyball, wir hatten sogar unseren eigenen Pool und ein Volleyballfeld auf dem Gelaende. Die Insel ist absolut traumhaft, ueberall grosse mit Palmen bewachsene Berge und dazwischen die Buchten. Am Freitag ging es also zum Strand wo der Surfcontest statt fand, unser Bus fuhr uns natuerlich dort hin. Wir schauten den Surfern zu oder gingen abseits davon baden und braeunten uns in der Sonne, welche nur ab und zu raus kam, aber voellig ausreichend war. Trotz Wolken und Sonnenschutz hab ich mir einen Sonnenbrand geholt, der bereits aber wieder abgeklungen ist. Hinter dem Strand befindet sich eine ca. 60 - 80 m hohe Wanderduenne wo man sich Sandbords ausleihen kann. Sandbording, eigentlich das selbe wie Snowbording nur auf Sand und nicht im Schnee. Das war der abslote Spass, im Stehen den Berg runter zu heizen. Ein mal hab ich mich ueberschlagen, ich hab mich gefuehlt wie ein Strauss. ;) Am Abend fand im besten Club der Stadt Florianopolis eine Party der Surfer statt, wo wir auch hin fuhren. 12:00 Uhr war Einlass, es hatte sich mittlerweile eine ca 20 m lange Doppelschlange gebildet. Fred hatte mit den Tuerstehern gesprochen, ich weiss nicht wie er es gemacht hat, jedenfalls hat man uns als erste rein gelassen. Man fuehrte uns in Mitten der beiden Reihen an allen wartenden Gaesten vorbei. Ich hoerte nur wie ein australischer Surfer sagte: Wer zum Teufel sind die, dass die als erste rein koennen? Das war echt cool, Respekt an Fred!!!! Die Party war echt toll! Gegen 5 Uhr waren wir wieder zu Hause. An den beiden anderen Tagen fuhren wir noch zu anderen Straenden auf der Insel, welche auch absolut top waren. An den Straenden stehen Huetten, wo Reggae oder andere suedamerikanische Klaenge raus kommen, dort kann man sich Obstchecks oder Cocosnuesse kaufen, absolut traumhaft! Ich hoffe dass ich noch diese Woche ein paar Bilder auf diese Seite stellen kann. Ich hoffe dass ich wie versprochen die diggitalen Bilder am Mittwoch bekomme! Samstag Abend waren wir dann noch in einem Viertel mit lauter Bars und Sonntag ging es dann 18:00 Uhr wieder zurueck Richtung Campinas. Von Armut konnte ich nichts auf dieser Insel verspueren! Der Trip war absolut lohnenswert, da kann man schon mal eine solch lange Busreise in Kauf nehmen. Bis bald! Ciao Jens!

Fotostrecke Florianopolis

23.10.02: So ich habe jetzt die Bilder bekommen! Von den 350 Bildern habe ich ein paar zusammen gestellt. Ganz unten findet Ihr einen Link zur Bildergalerie. Die Temperaturen sind jetzt viel angenehmer, an die 30 °C. Ich muss mich ein wenig kurz fassen, da es mich nach draussen zieht. Vor meinem Institut hat bereits ein Konzert begonnen, ich glaube eine Reaggegruppe. Feiern, dass koennen die Brasilianer. Gestern war auch schon eine Party von den Maschienenbauern, als ich dort hin gegangen bin, habe ich nichts spektakulaeres erwartet, aber ca. 400 Leute waren dort, natuerlich open Air bei der Waerme. Ich habe jetzt ein Fahrrad von einem meiner Mitbewohner, dass ist natuerlich viel bequemer. Jeden Tag lerne ich neue auslaendische Studenten kennen, die UNI ist ja auch riesen gross. Gestern habe ich einen Kroaten, einen Tschechen und einen Norweger aus Trondheim kennen gelernt. Die Story vom Kaefer habe ich noch gar nicht erzaehlt, letztens wollte ich meinen Schrank sauber machen um endlich meine Sachen auf zu raeumen. Als ich eine Schupplade oeffnete, sass da auf einmal ein Kaefer, Handflaechen gross, so was habe ich noch nie gesehen. Eigentlich habe ich keine Probleme mit einheimischen Insekten, aber dass war absolut ecklig, da das Vieh auf einmal los lief. Ich hatte gleich die Schupplade geschlossen und Verstaerkung geholt. Branco sollte mir helfen, als wir zurueck kammen, war der Kaefer weg. Ich habe also ausser einer grossen Echse noch einen riesigen Kaefer als Untermieter. Morgen frueh 7:30 Uhr geht´s wieder auf Reisen, diesmal hat sich Karthrin (D) um eine Unterkunft und eine Busfahrt gekuemmert, wir sind aber wieder ziemlich viele Gringos. Es geht wieder auf eine Insel namens Ilha Bela, was soviel heisst wie schoene Insel. Mit vielen Straenden und Wasserfaellen auf der Insel. Ich mache also schon wieder zwei Tage blau. Die Arbeit ist ziemlich relaxt bis jetzt, ich habe auch nichts dagegen wenn es so bleibt. Man kommt ja nicht so oft nach Brasilien, also ist es ganz gut wenn ich mehr Zeit zum Reisen habe als gedacht. Ich werde dann Montag wieder berichten. Ich hoffe ich habe nicht soviele Tippfaehler rein gehauen, habe leider keien Zeit noch mal durch zu lesen, ich treffe mich gleich mit Anthony (USA) und Yik (D). Also bis Bald! Ciao Jens

28.10.02: Gestern Mitternacht, nach braslianischer Zeit bin ich von meinem zweiten Ausflug zurueck gekehrt. Es war mal wieder ein tolles verlaengertes Wochenende mit vielen Erlebnissen und Eindruecken. Am Donnerstag Morgen begann unsere Reise. Yik hatte bei mir im Haus uebernachtet, da wir am Vorabend noch auf dem Konzert waren und er ausserhalb wohnt. Er hatte also seine Sachen fuer die Reise schon dabei. Donnerstag Morgen 7:30 traffen wir uns, Kathrin, Stefan Yik und ich (D) und Kaia (USA) am Busbahnhof in Barao Geraldo. Anthony wohnt im Centrum von Campinas, mit ihm hatten wir uns 8:30 dort am Hauptbahnhof verabredet, wir waren also nur 6 Gringos, was natuerlich seine Vorteile hat beim Reisen mit oeffentlichen Verkehrsmitteln und beim Suchen der Unterkunft. 9:00 Uhr ging es dann los von Campinas ueber Sao Jose Dos Ca nach Caraguatatuba (diesen Namen sollte jeder mal versuchen auszusprechen - der absolute Zungenbrecher), ca 250 km. Von Caraguatatuba stiegen wir von einem Reisebus in einen Linienbus welcher nach Sao Sebastiao fuhr. Von Sao Sebastio faehrt jede 15 Minuten einer Faehre zur Insel Ilha Bela. Diese Faehre ist fuer Fussgaenger kostenlos. Gegen 15:00 Uhr standen wir nun auf der Insel. Gleich in der Naehe des Faehranlegers befindet sich ein Touristenbuero, wo wir uns nach einer guenstigen und gut gelegenen Pousada erkundigten. Die nette Frau in der Touristeninfo, welche auch englisch sprach, telefonierte fuer uns ob noch etwas frei ist. Uns war klar dass an diesem Wochenende die Insel uns gehoeren wuerde, da am Sonntag die Wahlen sind. In Brasilien ist Wahlpflicht und jeder Buerger muss natuerlich in seinem Wahlkreis zur Wahl erscheinen. Ausser die Inselbewohner und vielleicht andere auslaendische Touristen waren fuer dieses Wochenende auf dieser Insel nicht zu erwarten. Mit dem Buss fuhren wir dann zu dieser Pousada, welche einen fantastischen Ausblick aufs Meer und das Festland hatte. Ich war sehr ueberrascht wie einfach es ist in Braslien mit oeffentlichen Verkehrsmiitel zu reisen. Ilha Bela befindet sich im Bundesstaat Sao Paulo, die Insel ist nur auf der Westseite (Blick zum Festland), entlang der Kueste bebaut. Entlang der Kueste pendeln staendig Busse, man kann so verschieden schoene Straende besuchen. Die Insel ist vulkanischen Hersprungs, mit Bergen bis zu 1000 Metern und atlantischen Regenwald. In Mitten der Insel fuehrt ein Weg durch den tropischen Dschungel, welchen man nur mit einem Jeep befahren kann, zur Ostseite (Blick auf das offene Meer). An diesem Tag gingen wir nur noch runter in die Stadt und zum Strand. Am Abend organisierte die Vermiterin fuer uns eine Jeeptour zur anderen Seite der Insel fuer den naechsten Tag. 10:00 Uhr ging es am naechsten Morgen los, 22 km durch den atlantischen Regenwald, uber das Gebirge zur Ostkueste der Insel. Nach etwa 1 Stunde Fahrt, welche sehr abenteurerlich war, kamen wir auf der anderen Seite der Insel an. Dort ging es zu Fuss weiter, natuerlich mit einem Fuehrer duch den tropischen Dschungel. Nach einer halben Stunde erreichten wir den Wasserfall Cach. do Gato. Absolut herrlich! Wir kehrten zurueck und verbrachten noch eine Weile am Strand bis es wieder zurueck ging. Gegen 16 Uhr kamen wir wieder an und traffen zufaellig 16 weitere Gringos aus Campinas, welche erst einen Tag spaeter zur Insel fahren wollten. Wie es der Zufall will hatten auch jene, die selbe Pousada als Unterkunft. Am Abend hatten wir mal wieder ein ausgibiges Churrasco mit vielen unterschiedlichen Nationen. Ich glaube diesmal waren die Spanier in der Ueberzahl. Am Samstag unternahmen die anderen die Jeeptour, einige gingen Einkaufen und Anthony und ich fuhren mit dem Bus morgens in den Sueden der Insel an einen der besten Straende. Am Nachmittag erkundeten wir den Norden der Insel wo sich das Centrum befindet. Die Insel ist fuer den Tourismus perfekt ausgelegt. Auf den Strassen wurde ziemlich laut mit Musik fuer die beiden grossen Parteien geworben, was in Brasilien anders als in Deutschland abgeht. Am Sonntag haben wir uns ein Fahrrad ausgeliehen (Anthony (USA), Normen, Stefan Yik und Ich (D), Spela (Slowenien) und Stephan (Schweiz). Mit dem Rad ging es rauf auf den Berg und ein wenig in den Dschungel zu einem bekannten Wasserfall mit natuerlichen Rutschen aus glatt geschliffenen Steinen. Auf dem Weg dort hin, hoerte ich es im Gebuesch neben mir rascheln, ich blieb stehen um zu schauen was dort ist, Stefan kam auch gerade, als aus dem Busch ein Leguan (Riesenechse), etwa 1,30 m lang ueber die Strasse lief. Diese Echse war so riesig, vergleichbar mit einem Hund. An den Wasserfaellen hatten wir ein riesen Spass und die Abkuehlung hatten wir uns nach diesem Aufstieg in der Sonne verdient. Am Nachmittag hatten wir dann unsere Heimreise angetreten. Der Reisebus nach Campinas war zur Haelfte mit uns gefuellt. Soviel von mir! Ich habe ziemlich viel fotografiert, diese Bilder aber spaeter. Da Yik mit seiner Diggitalkamera wieder dabei war, hoffe ich dass es so gut wie letzte Woche klappt und ich wieder mitte der Woche ein paar Bilder von diesem Trip ins Netz stellen kann. Ciao Jens,

Fotostrecke Ilha Bela

29.10.02: Bom dia! (Guten Morgen!) Ich lerne jeden Tag ein wenig mehr Portugiesisch! Ich glaube mitlerweile ist es nichts besonderes mehr irgend welche Echsen zu begegnen. Gestern Abend sassen gleich 2 kleine, etwa 10 cm lang, an der Hauswand. Ich sollte langsam Miete verlangen von den kleinen Freunden. Gestern habe ich die erste Waesche von mir gewaschen, mit der Hand. Mit Waschmaschinen sieht es hier nicht so gut aus, ich koennte zwar gegen Bezahlung die Waesche von unserer Reinemacherfrau waschen lassen, aber da mache ich es lieber selber. Letzte Woche, auf der Party, hatte eine Bekannte von Stefan mich mit drei Freunden von Ihr vorgestellt. So ist das wenn man ein Gringo ist, man wird ueberall vorgefuehrt; "Er kommt aus Deutschland." Die Drei Typen waren nicht besonders nett. Das erste was einer von den dreien tat, er zeigte mir zwei Finger, und fragte mich ob ich weiss was er meine. Ich hatte keinen Plan! Dann meinte er Fussball, mit einem dicken Grinsen! Dann war mir klar dass er die WM meinte. Was sollte ich dazu sagen! Naja, ich glaube damit muss ich noch oefters rechnen. Bis bald! Ciao Jens

Fotostrecke der beiden ersten Trips von meiner Kamera

Juhu! Vielen Dank Lothar, fuer den gereteten Text, werde jetzt immer eine Sicherheitskopie anlegen. ;) (Ich hatte zwischen durch meinen geschriebenen Text beim Hochladen der Page auf den Server verloren, Lothar hatte ihn aber fuer mich gesichert, echt super!)

Fotostrecke Auf dem Campus vom UNICAMP

4.11.02: Heute Morgen bin ich wohl auf von meinem 3. Ausflug zurueck gekehrt. Am letzten Freitag war hier Feiertag. So konnte ich mal wieder schon Donnerstag Abend auf brechen. Mit Stefan (D), Stephan und Vincent (Schweiz), Helmut (Oesterreich), Kaia (USA) und Spela (Slowenien) fuhren wir nach Ouro Preto, Bundesstaat Minas Gerais. Ouro Preto ist ein alte Goldgraeberstadt, welche 1980 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert wurde. Die Stadt befindet sich mitten im Gebirge, es scheint als waere sie an den Berghaengen geklebt. Im 18. Jh. zaehlte diese Stadt mehr Einwohner als New York oder Rio. In dieser Stadt, wo etwa 60 000 Menschen heute leben, gibt es 18 Kirchen, welche prungvoll mit Gold verziert sind. Diese Stadt ist etwas einzigartiges mit ihren steilen Gassen und herrschaftlichen Haeusern. Heute ist Ouro Preto die beliebteste Unistadt Brasiliens. Spela hat zufaellig eine Freundin aus Slowenien, die in Ouro Preto fuer ein halbes Jahr studiert. Sie lebt dort in einer der vielen Republica, ein Haus wo mehrere Studenten zusammen wohnen, so wie ich in Campinas wohne. In dieser Republica konnten wir fuers Wochenende uebernachten und Geld sparen, da das meiste Geld fuer die Reise drauf ging. Wir waren ca. 12 Stunden mit dem Bus unterwegs, etwa 800 km. Auf der Hinfahrt ging es erstmal nach Sao Paulo, da der Bus nach Belo Horizonte schon voll war. Besser man reserviert vorher! Von Sao Paulo fuhren wir dann nach Belo Horizonte, Landeshauptstadt von Minas Gerais. Gegen 7 Uhr waren wir dann in Belo Horizonte, ziemlich unbequehm war dieser Bus. Fuer die Rueckfahrt kauften wir gleich die Tickets, aber diesmal mit einer anderen Busgesellschaft, etwas teurer aber dafuer bequehmer. Man reist ja schliesslich in der Nacht und will etwas schlafen. Gegen 10 Uhr kamen wir dann endlich in Ouro Preto an. Die Busstation befindet sich auf einem Berg, man hatte bereits hier schon das Staunen in sich. An diesem Tag, Freitag, schauten wir uns die Stadt an und die vielen kleinen Laeden. Am Samstag ging es zeitig los zum Wandern, unser Ziel war es den 1752 m hohen Itacolmi zu besteigen. Ein Wanderweg fuehrt auf diesen Berg, von wo man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt geniesst, d.h. wenn man nicht mitten in den Wolken steht, was auf dem Hinweg der Fall war. Gegen Mittag hatten wir den Berg erzwungen und ein grosses Picknick gemacht. Dann klaerte es ich auf und wir konnten den Blick auf Ouro Preto geniessen. Auf dem Hinweg haben wir an einem Bach eine rote Schlange mit scharzen geringelten Streifen gesehen und jede Menge Echsen, was aber fuer mich nichts besonders ist, da ich jetzt jeden Abend bei mir zu Hause ein paar sehe. Gegen 18:00 Uhr waren wir von unserer Wanderung wieder zurueck. Am Abend gingen wir noch auf eine Party in einer anderen Republica. Viele Studenten sind mit sehr eigenartigen Frisuren herum gelaufen, teilweise kahl rasierte Flaechen auf dem Kopf. Man sagte mir dass waere hier Ritual. Wenn ein Student neu in eine Republica hinzu kommt, muesse er sich den Kopf frisieren lassen, weibliche Stundeten hingegen muessen "nur" ein Jahr lang den Haushalt machen. Am Sonntag hatten Kaia, Stefan, Helmut und ich ein paar Kirchen besichtigt und eine Goldmine, namens Mina do Chico Rei - Nichts fuer Leute mit Platzangst, mir war es auch ein wenig komisch - Die Mine wurde nach einem afrikanischen Sklaven benannt. An einer Kirche ausserhalb vom Stadtcentrum sprachen wir gerade mit einem daenischen Ehepaar, als zwei Polizisten mit Motorraedern anhielten, uns war gleich etwas mulmig, jeder hatte eine Kamera in der Hand. Einer der beiden wies uns darauf hin auf zu passen, da man Ueberfallen werden koennte. Sehr nett, man sollte aber nie einem brasilianischen Polizisten trauen. Zwei auslaendische Studenten, ich kenne sie persoenlich, wurden erst vor nicht langer Zeit in Iguaçu von Polizisten ueberfallen, geschlagen und letzt aendlich ausgeraubt. Mit ein paar Verletzungen wurden sie dann im Krankenhaus behandelt. Sie waren leicht sinniger Weise mitten in der Nacht von einer Bar zu Fuss ins Hotel gegangen, mit ziemlich viel Geld! Ok, dass nur neben bei. 18:30 ging es mit dem Bus wieder zurueck nach Belo Horizonte und von dort aus mit einem super bequehmen Bus nach Campinas. Jeder Fahrgast hatte ein Kissen und eine Decke, die Sitze konnte man fast waagerecht nach hinten klappen und am Vordersitz noch eine Fusslehne ausklappen. Montag Morgen 6:30 waren wir wieder zurueck in Campinas. Vincent hat sein Praktikumm bereits abgeschlossen, er fuhr weiter Richtung Kueste. Die naechsten 2 Wochen wird er, mit seinem Surfboard die Kueste in Richtung Norden reisen. Ciao Jens

Fotostrecke Ouro Preto

5.11.02: Dies un Das: Am Wochenende wurden hier die Uhren von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt, d.h. da in Deutschland schon die Winterzeit ist, sind es nur noch 3 Stunden Unterschied an Stelle von 5 Stunden. Mittlerweile hat hier die Regenzeit begonnen, meistens regnet es Abends und in der Nacht, trotz dem ist es warm. In der Republica wo ich wohne, sind alle Studenten Musiker, in unserer Wohnstube steht ein Schlagzeug und ein Billardtisch, was einem gleich ins Auge faellt. Ausserdem stehen noch ein paar Gittaren herum, ab und zu wird geprobt. Ziemlich laut, aber cool! Brasilien hat die selbe Groesse wie Europa ohne der GUS. Was auf der Karte aus sieht wie ein Katzensprung ist in Wirklichkeit meilenweit entfernt. Am besten ist es wenn man auf ein und er selben Karte sich Deutschland und dann Brasilien anschaut, dann realisiert man erst die Groesse von Brasilien. Bis zum naechsten Mal! Ciao Jens

6.11.02: Heute Morgen musste ich ziemlich zeitig raus und zwar klingelte mein Wecker 5 Uhr. Wenn man sich laenger als 1 Monat in Brasilien aufhaelt muss man sich bei der Polizei registrieren lassen. Da man nur 30 Tage nach Ankuft Zeit hat war es fuer mich hoechste Zeit. Da ich mit dem Bus ins Centrum von Campinas musste und das Polzeirevier nur eine Stunde fuer die Registrierung von Auslaendern geoeffnete hat, blieb mir nichts anderes uebrig als so zeitig auf zu stehen. Ich hatte bereits alle Dokumente zusammen, beglaubigte Reisepaaskopie, Ueberweisungsbescheinigung einer Gebuehr sowie zwei Lichtbilder. Ich glaube Brasilien ist noch buerokratischer als Deutschland. Jedenfalls hat alles geklappt, mir wurden von allen zehn Fingern die Abdruecke genommen. Als ich letztens das Geld ueberweisen wollte auf der Banco de Brazil kam ich nicht durch die Drehtuer hinein. Der Metalldedektor hatte die Tuer verriegelt. Das nette Bankpersonal versuchte mit mir heraus zu finden, nachdem ich bereits meinen Schluessel abgegeben hatte, was noch an mir metallisch sein koennte. Nach 10 Minuten ist mir das Metalltraegergestell in meinem Rucksack eingefallen. Dann liessen sie mich endlich rein. Die Planung des kommenden Wochenende ist immer ziemlich stressig. Es bilden sich immer mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Zielen, man muss sich dann immer entscheiden wo man mit faehrt. Fuer dieses Wochenende steht auf meinem Plan Rio de Janeiro. Donnerstag Mitternacht geht`s los. Ich muss nur noch fragen ob ich Freitag frei nehmen kann. :) So das war`s erst mal wieder von mir! Ciao Jens!

Fotostrecke Mein Arbeitsplatz

12.11.02: Heute will ich mal ein wenig ueber mein letztes Wochenende in Rio de Janeiro berichten. Rio eine der bekanntesten Staedte der Welt, erschien mir bis zu diesem Wochenende wie eine andere Welt, so weit weg von zu Hause. Durch die geographische Lage ist die Besonderheit dieser Stadt, das Zusammenwirken von See und Bergen, schon vorprogrammiert. Die steilen Berge, wie z.B. der Pão de Açugar (Zuckerhut) verteilen sich zufaellig in der Satdt, so dass die Stadt abgeschlossene Satdtviertel bildet. Donnerstag Mitternacht ging es vom Mc Donalds in Barao Geraldo los. Es war eine organisierte Fahrt, fuer das Wochenende stand uns ein Kleinbus mit zwei Fahrern zur Verfuegung. Wir waren 10 Gringos, diesmal waren die Jugoslawen in der Ueberzahl. Die Fahrt dauerte etwa 7 Stunden, von Campinas bis nach Rio sind es ca. 500 km. Freitag Morgen, gegen 7 Uhr kammen wir an unserem Hotel an. Hotel Regina befindet sich direkt am Strand Flamengo, in der Bucht Guanabara. Vom Strand Flamengo hat man einen ausgezeichneten Blick auf den Zuckerhut, der sich nicht weit von diesem Strand befindet. Wir gaben unser Gepaeck im Hotel ab und fuhren zum Fruehstueck in die Stadt. An der Copacabana fruehstueckten wir. Das Wetter war nicht so toll, ziemlich viel Nebel und etwas Regen. Nach dem Fruestueck, ging es ins Centrum der Stadt. Ich war ein weinig verunsichert. Rio ist ja fuer Gewalt und Kriminalitaet bekannt und ausserdem hatten die Leute in Campinas mich gewarnt auf zu passen. Wir trennten uns in kleine Gruppen und besichtigten das Centrum mit den teilweisen alten historischen Gebaeuden. Im Laufe des Vormittags hatte es sich aufgeklaert und die Sonne zeigte sich sogar. Nach dem Mittag ging es wieder ins Hotel und dann zum nahe gelegenen Strand Flamengo. Vom Baden in der Bucht Guanabara wird laut Reisefuehrer wegen Verschmutzung abgeraten. Da unsere Busfahrer schliefen und wir auch ziemlich geschafft waren ruhten wir uns an diesem Strand, mit Blick auf den Zuckerhut aus. Fuer Samstag stand auf dem Programm Pão de Açugar (Zuckerhut) und Corcovado (Berg mit der Christusstatue). Am Samstag Morgen ging es dann als erstes zum Zuckerhut. Mit einer kleinen Schwebebahn, die bereits eine Attraktion fuer sich darstellt, geht es in zwei Etappen hinauf. Bereits auf dem ersten kleinen Berg hat man eine fantastische Ausicht, zumal das Wetter perfekt war, Sonnenschein pur. Auf dem Zuckerhut angleangt eroeffnet sich von 394 m Hoehe ein wahrhaft bezaubernder Ausblick. Zur linken sieht man die Straende Copacabana, Ipanema und Leblon bis zum Felsen von Gavea, zur Rechten die Bucht von Guanabara. Und in der Mitte erblickt man immer wieder die Figur des Christo Redentor. Das Gefuehl was in mir vorging als ich auf diesem bekannten Berg stand kann ich nicht in Worten fassen, es war unbeschreiblich! Dannach ging es direkt zum besonderen Kennzeichen dieser Satdt, zur gigatischen Chritusstatue. Fast ueberall sieht man die alles ueberragende Figur des Cristo Redentor auf dem 704 m hohen Corcovado. Mit einer aus dem Jahr 1882 stammenden Eisenbahn geht es steil hinauf. 38 m hoch erhebt sich die Figur, die ausgebreiteten Arme erstrecken sich ueber 29 m. Von hier aus hat man einen fantastischen Rundblick auf die ganze Stadt. Mittlerweile war es schon 16 Uhr, wir beschlossen die restliche Zeit des Tages am Strand zu verbringen. Wir fuhren zum Strand Ipanema, der wohl mittlerweile populaerer ist als der der Copacabana. Bis zum Sonnenuntergang hielten wir uns an diesem Strand auf! Am Sonntag fuhren wir Vormittag zum Strand Leme der mit der Copacabana angrenzt. Mein Traum war es einmal an der Copacabana Volleyball zu spielen. Die Beachvolleyballszene von Brasilien konzentriert sich hier in Rio. An den Straenden von Rio befindet sich ein Volleyballfeld nach dem anderen. Ich fragte an einem Feld nach ob ich mitspielen kann, was natuerlich kein Problem war. Die Hitze machte mir ganz schoen zu schaffen, 33 °C im Schatten, aber kein Grund auf zu hoeren. In Rio befindet sich das groesste Fussballstadion der Welt, das Maracana - Stadion, ca. 200.000 Menschen finden hier Platz. 15 Uhr mussten wir das Hotel verlassen, wir fuhren direkt zum Stadion. 16 Uhr begann das Spiel zwischen Botafogo (Rio) und Corinthinas (Sao Paulo). Wir hatten beschlossen uns das Spiel anzuschauen. Ein riesiges Polizeiaufgebot, teilweise kam in mir wieder dieses unsichere Gefuehl auf. Zumal kurz neben mir ein paar Polizisten mit dem Knuepel ein paar Corinthinasfans bearbeiteten. Ok, die Angst war schnell verflogen, es war nichts Ernstes. Das erste Tor hatten wir verpasst. Wir sassen im Fanclub der Gaeste. Das Stadium war zwar nicht gefuellt, aber trotz allem eine super Stimmung. In der ersten Halbzeit stand es 1:1. Am Ende des Spiels, in der Nachspielzeit schoss Botafogo das 2:1. Das Stadion tobbte. Nach dem Fussballspiel ging es dann wieder nach Campinas. Jeder kann sich die Groesse einer 8 Millionen Metropole vorstellen. Es dauerte seine Zeit um aus Rio heraus zu kommen. Rio ist wunderschoen solange man sich in Naehe der Straende und im Centrum aufhaelt. Sobald man aber die Stadt verlaesst holt ein die Realitaet ein. Favelas wo man hinschaut. An manchen Stellen mit dem Auto anzuhalten und vielleicht noch aus zu steigen ist ziemlich gefaehrlich, wenn nicht sogar lebensmuede. Ich muss aber hinzufuegen, dass nicht alle Bewohner von Favelas kriminell und gefaehrlich sind, auf keinen Fall. Arme Menschen neigen eher dazu zu teilen, als reiche. Jedoch ist eine Hemschwelle der Kriminellen in den Slums nicht vorhanden. Favela ist nicht gleich Favela, es gibt ganz arme und auch weniger arme, Menschen die gar nichts haben und auf der Strasse leben. Brasilien hat auf der Erde die hoechste Anzahl privater Hubschrauber. Statt mit dem Auto in der Stadt von A nach B zu kommen benutzen die Reichen Hubschrauber, die man staendig in Rio sieht. Dies ist am ungefaehrlichsten fuer jene. Ich glaube die Armen schauen den Reichen hinterher, jedoch die reiche Gesellschaft ignoriert die Armen. Es ist ziemlich bitter zu sehen wie kleine Kinder auf der Strasse spielen und unter der Bruecke schlafen. Abgesehen von diesen Eindruecken war dieses Wochenende in Rio unvergesslich toll! Fazit: Die Stadt ist ungefaehrlicher als man denkt! Durch ein hohes Polizeiaufgebot in der Stadt und an den Straenden ist die Kriminalitaet in Rio in den letzten Jahren gesunken.

Fotostrecke Rio de Janeiro

Mittlerweile habe ich hier in Brasilien einige Bilder von mir entwickelt, die Preise sind etwa die selben wie in Deutschland in einer Drogerie, jedoch ist der Service weit aus besser. Zu jedem Film bekommt man ein kleines Fotoalbum dazu und die Entwicklung dauert eine Stunde ohne Aufpreis, da es in dem selben Geschaeft entwickelt wird. Falls es die Zeit zulaesst werde ich ein paar Bilder einscannen und auf diese HP stellen! Bis bald Jens!

14.11.02: Ich habe heute ein paar Bilder von mir, ueber Ouro Preto eingescannt und ins Netz gestellt, ihr findet sie unten bei den Bildern.

18.11.02: Da Freitag hier in Brasilien Feiertag war hatte ich mal wieder ein verlaengertes Wochenende. Die Brasilianer feiern jeden 15. November den Gedenktag der Unabhaegigkeit. Viele Einheimische nutzten diesen freien Tag fuer ein verlaengertes Wochenende am Strand. Ich entschloss mich kurzfristig am Donnerstag Abend mit Fred einem Brasilianer, Raul aus Spanien und Darko aus Kroatien, das Wochenende zu verbringen. Fred wohnt in Sao Paulo. Am Freitag Vormittag fuhren wir mit Fred seinem Auto nach Sao Paulo. Er zeigte uns das alte Stadtzentrum mit der neugotischen Kathetrale, welche zwischen den Haeuserwuerfeln, Stahlbetonriesen und Industriequadern eine regelrechte Attraktion darstellt. Ausserdem besichtigten wir das Institut Butana, welche eine Schlangenfarm mit ueber 1000 Exemplaren besitzt. Wir schauten uns die Avenida Paulista an, eine Strasse wo die Wolkenkratzer der Banken dominieren, das Zentrum von Wohlstand und teuren Geschaeften. Ich war erstaunt aus welch wohlhabender Familie Fred stammt. In diesem reichen Viertel ist er zu Hause. Am Nachmittag traffen wir noch Spela aus Slowenien, Erik und Bea aus Mexiko, welche auch in der Stadt waren. Zusammen fuhren wir in den Park Ibirapuera. Am Samstag fuhren wir bei Zeiten Richtung Atlantik. Nach etwa 100 km erreichten wir Guaruja, eine Kuestenstadt mit kilometerlangen Sandstrand, welcher an diesem Wochenende total mit Paulistanos (die Bewohner von Sao Paulo) ueberfuellt war. Eigentlich fuhren wir nur dorthin, da wir von einem Freund von Fred zu einem Churrasco eingeladen war. Dieser Freund gehoert ebenfalls zu einer ziemlich reichen Familie. In einem auf einem Berg gelegenen Gebaude, direkt am Meer hat seine Familie ein Wochenendwohnung. Dieses 10 stoeckige Haus aehnelt einem Hotel. Es ist ausgestattet mit Dienstpersonal, 35m langen Swimmingpool, Sauna und Fitnesscenter. Das Appartment befindet sich im 10 Stock mit herrlichen Blick auf die Bucht und das Meer. Als wir ankamen gingen wir fuer eine Stunde an den Strand, wie gesagt es war so ueberfuellt, wir kehrten zurueck und badeten unter Palmen im Pool. Das Churrasco ging von 14 Uhr bis 22 Uhr. Solange kann man Grillen und Essen, natuerlich mit Pausen zwischendurch. Sontag Morgen ging es Vormittag wieder zurueck, um kilometerlange Staus zu meiden, welche es bereits Freitag frueh von Sao Paulo zum Strand gab. In Sao Paulo gingen wir in eine Rodízio, ein Restaurant wo man einen gewissen Preis zahlt und soviel Essen kann wie man will. An einem Buffet stehen saemtliche Speisen zur Auswahl, sowie 4 Maenner die gegrilltes Fleisch verschiedenster Art frisch vom Grill anbieten. Koestlich! In Brasilien kann man ausgezeichnet Essen gehen und fuer unsere Verhaeltnisse sehr guenstig. 16 Reais, etwa 4-5 Euro, hatte ich bezahlt und das war schon ein gehobenes Restaurant. Am Nachmittag ging es wieder zurueck nach Campinas. Gegen 18:30 Uhr war ich zu Hause und das erste Mal der erste zurueck vom Wochenende. Muha unser Schaeferhund war uebergluecklich dass jemand wieder im Haus war. Am Abend gab es dann noch ein heftiges Gewitter mit einem heftigen Regenschauer, etwa so wie im Sommer bei uns in Deutschland, nur mit dem Unterschied dass es hier normal ist. Das Klima ist angenhem, tagsueber ist es warm und sonnig, am Abend kann man dann mit einem heftigen Regen rechnen. Man sagt je weiter man nach Norden kommt desto zuverlaessiger ist der Regen, man verabredet sich zu einem Treffen nicht wie gewoehnlich zu einer bestimmten Zeit sondern, man trifft sich nach dem Regen, welcher exakt zu einer gewissen Zeit beendet ist. Nach dem Regen gestern hat es dann auf angenheme 20 ° C abgekuehlt. So das wars erst mal von mir. 3 Wochenenden stehen mir noch zur Verfuegung zum Reisen. Ciao Jens

Fotostrecke Sao Paulo

19.11.02: Ich habe so eben ein paar ergaenzende Bilder zu den ersten beiden Ausfluegen auf diese Seite gestellt, viel Spass beim Anschauen. Jens

21.11.02: Gestern war am UNICAMP Feiertag, ich habe keine Ahnung warum, jedenfalls hatte ich frei. Ich nutzte diesen Tag um einen Einkaufsbummel zu machen. Am Stadtrand von Campinas befinden sich mehrere grosse Einkaufszentren, unter anderem das groesste Einkaufscentrum Lateinamerikas "Don Petro". Es wurde erst dieses Jahr eroeffnet. Shopping Centers sind ein wichtiger Bestandteil im Leben der Brasilianer. Nicht nur zum Einkaufen kommt man hierher, sondern auch zum Essen, fürs Kino usw. Gestern Morgen bin ich also los zum Shoppen. Fuer meine Freunde war dies zu zeitig, was mir auch Recht war, da man alleine unabhaengig von anderen seine Zeit gestallten kann. Ich war sehr beeindruckt von diesem riesigen Komplex. Aber ich hatte nicht wirklich Lust nach Klamotten zu schauen. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Bus weiter zum Shoppingcenter Iguatemi, welches zwar kleiner ist als Don Pedro, aber ein genau so grosses Angebot hat. Mein groesstes Interesse war das Soppingcenter Decathlon, ein riesiges Einkaufszentrum für Sportartikel nach US amerikanischem Standard. Leider fahren dorthin keine Busse. Ich nahm also ein Taxi, was vom Preis her Ok war. Gekauft habe ich letzendlich nur einen Beachvolleyball und ein paar Kleinigkeiten, ich weiss jetzt aber wo ich meine Weihnachtsgeschenke kaufen kann. ;) Im "Don Pedro" war schon alles weihnachtlich geschmueckt, bei einer Aussentemperatur von 32 °C schon ein bisschen komisch. Am Wochenende fahre ich wahrscheinlich nach Curitiba und dann am Sonntag weiter nach Foz do Iguaçu, die Wasserfaelle am Dreilaendereck Paraguay, Argentienen und Brasilien. Geplant war Foz do Iguaçu erst fuer naechstes Wochenende, da Curitiba aber so gut wie auf dem Weg liegt, ist es besser gleich weiter zu reisen. Das wird ein langer Trip, bis nach Iguaçu sind es etwa 1400 km. Achso da faellt mir noch eine schaurige Geschichte ein. Georg aus Oesterreich hatte bereits sein Praktikum abgeschlossen und ist auf Reisen gegangen. Irgendwo im Norden des Landes wurde der Bus, in dem er sass von Banditen ueberfallen, d.h. man hielt den Bus durch Sperrung der Strasse an und nahm allen Fahrtgaesten ihr Hab und Gut. Das grosse Problem von Georg war nicht die Kamera und auch nicht die Dollar die er bei sich trug, sondern der Reisepass, der ebenfalls den Banditen gefiel. Eine europaeischer Pass ist fuer Drogenschmugler ein gefundenes Fressen, kurzer Hand gefaellscht wird man als Europaeer nicht so streng am Flughafen kontrolliert wie z.B. ein Columbianer. Ich trage bei mir immer eine beglaubigte Kopie meines Passes, scheint sicherer zu sein. Meine zwei kleinen Freunde, die Echsen, werden von Tag zu Tag immer groesser. Mit Regen und Waerme kommen auch immer mehr Insekten. Mittlerweile schaetze ich die Beiden. Als ich die beiden zum ersten Mal sah, vor einigen Wochen sahen sie aus wie Jungtiere, da sie immer groesser werden, hat sich meine Vermutung bestaetigt. So das war`s erstmal von mir!

Unten findet Ihr ein paar neue Bilder von meinem Arbeitsplatz. Ciao Jens

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